Tierschutzbund MV
Wildtiere in Mecklenburg-Vorpommern
Wenn Wildtiere Hilfe brauchen
Ob ein Igel im Garten, ein scheinbar verwaister Jungvogel oder ein angefahrenes Reh – immer wieder begegnen wir Wildtieren, die in Not zu sein scheinen. Doch nicht jedes Tier benötigt sofort menschliche Hilfe. Oft ist es wichtiger, genau zu beobachten und die Situation richtig einzuschätzen.
Unser Ziel ist es, dir Orientierung zu geben: damit du Wildtiere besser verstehst und im Ernstfall weißt, wie du richtig handeln kannst.
Was du tun darfst – und was nicht
Grundsätzlich gilt: Wildtiere dürfen nicht einfach mitgenommen oder eingefangen werden. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn sie offensichtlich verletzt, geschwächt oder akut gefährdet sind.
In solchen Fällen beachte bitte folgende Grundregeln:
- Wildtiere möglichst nicht direkt anfassen – besser vorsichtig sichern (z. B. mit einem Karton oder einem Tuch).
- Kein Futter oder Wasser anbieten.
- So schnell wie möglich eine Wildtierstation oder einen Tierarzt kontaktieren.
Lebensräume schützen – aktiver Tierschutz
Die beste Hilfe für Wildtiere beginnt schon weit vor dem Ernstfall: beim Erhalt und der Gestaltung ihrer Lebensräume. Jeder kann dazu beitragen – sei es mit einer naturnahen Gartengestaltung, indem auf Pestizide verzichtet wird oder durch Rücksichtnahme in Brut- und Setzzeiten.
Denn Wildtiere sind ein wertvoller Teil unserer heimischen Artenvielfalt. Sie zu achten bedeutet, unser ökologisches Gleichgewicht zu bewahren und die Natur Mecklenburg-Vorpommerns zu schützen.
Wann Wildtiere wirklich Hilfe brauchen
Nicht jedes allein gesehene Tier ist in Not. Viele Jungtiere wirken verlassen, obwohl die Elterntiere in der Nähe sind. Beobachte deshalb genau, bevor du eingreifst.
Hilfe ist wirklich nötig, wenn …
- das Tier sichtbar verletzt ist (z. B. blutet oder hinkt)
- es geschwächt wirkt, apathisch liegt oder nicht fliehen kann
- es unterkühlt oder stark abgemagert erscheint
- ein Jungtier nach längerer Beobachtung (mind. 2 Stunden) eindeutig keine Eltern aufsucht
- es durch eine akute Gefahr bedroht ist (z. B. Straßenverkehr, freilaufende Hunde, Bauarbeiten)
📌 In allen anderen Fällen: bitte nicht eingreifen – Beobachten ist oft die beste Hilfe.