Mecklenburg-Vorpommern braucht eine landesweite Katzenschutzverordnung
Fünf Vereine bündeln in der „AG Katzen“ ihre Erfahrungen, sammeln landesweit Daten und stehen mit dem zuständigen Ministerium im Austausch.
Der Landestierschutzverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. fordert eine landesweit einheitliche Katzenschutzverordnung. Sie soll eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für fortpflanzungsfähige Katzen mit unkontrolliertem Freigang vorsehen.
Ziel ist es, die weitere Vermehrung freilebender Katzen wirksam einzudämmen und das damit verbundene Tierleid nachhaltig zu verringern.
Das Problem wird größer, während die praktische Verantwortung und die Kosten überwiegend beim ehrenamtlichen Tierschutz bleiben.
„Eine Katze kennt keine Gemeinde-, Amts- oder Kreisgrenzen. Deshalb brauchen wir einheitliche und verbindliche Regeln im gesamten Land statt unterschiedlicher örtlicher Lösungen.“
sagt Kerstin Lenz für die „AG Katzen“ des Landestierschutzverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Fünf Vereine schaffen eine landesweite Datengrundlage
Um die Situation in Mecklenburg-Vorpommern belastbar abzubilden, haben sich fünf Tierschutzvereine in der „AG Katzen“ des Landestierschutzverbandes zusammengeschlossen.
Die Vereine tauschen sich regelmäßig über ihre Erfahrungen aus und bündeln vorhandene Zahlen aus der praktischen Tierschutzarbeit. Ziel ist ein möglichst umfassendes Lagebild für die Landkreise und kreisfreien Städte Mecklenburg-Vorpommerns.
Dabei sollen nicht nur Daten der angeschlossenen Tierschutzvereine berücksichtigt werden. Ziel ist es, möglichst alle Kastrationen zu erfassen, die in den vergangenen beiden Jahren in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wurden.
Dafür benötigen wir die Unterstützung der Tierschützerinnen und Tierschützer im gesamten Land.
Die Datenerhebung soll sichtbar machen, wie sich die Situation der Straßenkatzen entwickelt und welche Belastungen für Tierheime, Katzenhilfen, Pflegestellen und ehrenamtlich Engagierte entstehen.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zugleich eine sachliche Grundlage für politische Entscheidungen und die weitere Ausgestaltung einer landesweiten Katzenschutzregelung bilden.
„Wir wollen die Situation nicht nur anhand einzelner besonders dramatischer Fälle darstellen, sondern mit belastbaren Zahlen aus dem ganzen Land. Sie sollen zeigen, wie viele Tiere versorgt werden müssen und welchen personellen, finanziellen und emotionalen Einsatz die Vereine dabei leisten. Diese Arbeit darf nicht länger nahezu allein auf den Schultern des Ehrenamts liegen.“
so Lenz.
Bundesweite Forderung unterstützen – im Land jetzt handeln
Der Landestierschutzverband Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freigang.
Eine flächendeckende Kastrationspflicht ist aus Sicht des Verbandes ein entscheidender Schritt, um die Straßenkatzenpopulationen langfristig zu reduzieren und Tierschutzvereine dauerhaft zu entlasten.
Gleichzeitig darf Mecklenburg-Vorpommern nicht auf eine spätere bundespolitische Lösung warten. Der Landestierschutzverband fordert deshalb Landesregierung und Landtag auf, die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine landesweit einheitliche Katzenschutzverordnung zu schaffen.
Verantwortung beginnt bei der eigenen Katze
Der Landestierschutzverband appelliert zugleich an alle Katzenhalterinnen und Katzenhalter in Mecklenburg-Vorpommern, Verantwortung zu übernehmen.
Katzen mit Freigang sollten:
- kastriert,
- mit einem Mikrochip gekennzeichnet und
- anschließend in einem Haustierregister wie FINDEFIX registriert werden.
Damit lässt sich nicht nur ungewollter Nachwuchs verhindern. Eine Registrierung erhöht außerdem die Chance, entlaufene oder verletzte Tiere schnell ihren Halterinnen und Haltern zuzuordnen.
„Die Tierschutzvereine kastrieren und versorgen seit Jahren unzählige Straßenkatzen. Dauerhaft lässt sich das Problem aber nur lösen, wenn auch privat gehaltene Katzen nicht länger unkontrolliert zur Vermehrung der Straßenkatzenpopulationen beitragen. Jede einzelne Kastration ist ein konkreter Beitrag gegen vermeidbares Tierleid.“
erklärt die „AG Katzen“.
Wir brauchen Eure Unterstützung
Um ein möglichst vollständiges Lagebild für Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten, sollen nicht nur die Zahlen der angeschlossenen Vereine berücksichtigt werden.
Ziel ist es, möglichst alle Kastrationen zu erfassen, die in den vergangenen beiden Jahren in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wurden.
Wenn Ihr entsprechende Zahlen dokumentiert habt, unterstützt die „AG Katzen“ bitte bei der Datenerhebung.
Kontakt
Deutscher Tierschutzbund
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Ansprechperson: Kerstin Lenz
Telefon: 0171 / 4839012
E-Mail: info@tierschutz-mv.de